Der deutsche Immobilienmarkt zeigt sich im März 2026 deutlich stabiler als noch in der Korrekturphase 2023 und 2024. Von einer echten Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Die amtlichen Daten weisen für das 3. Quartal 2025 bereits wieder steigende Wohnimmobilienpreise aus: Der Häuserpreisindex lag 3,3 Prozent über dem Vorjahresquartal. Noch etwas stärker fiel der Anstieg nach Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken aus, der für das 4. Quartal 2025 ein Plus von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr meldete.
Trotzdem ist der Markt nicht in einen neuen Boom übergegangen. Vielmehr mehren sich die Zeichen einer verhaltenen Erholung. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft berichtet für das 4. Quartal 2025 von nachlassender Dynamik: Eigentumswohnungen verbilligten sich gegenüber dem Vorquartal leicht um 0,3 Prozent, Einfamilienhäuser verteuerten sich nur moderat um 0,8 Prozent. Marktnahe Daten des Europace-Hauspreisindex bestätigen dieses Bild auch zum Jahresauftakt 2026: Im Februar stiegen die Preise für Eigentumswohnungen leicht, während Neubauten erneut etwas nachgaben. Der Kaufmarkt bewegt sich also eher seitwärts mit leicht positiver Tendenz als in Richtung eines neuen Preissprungs.
Ein entscheidender Bremsfaktor bleibt die Finanzierung. Nach Zahlen der Bundesbank lag der Zinssatz für neu vergebene Wohnungsbaukredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren im Januar 2026 bei 3,23 Prozent. Im Markt lagen die besten angebotenen Bauzinsen Anfang März für zehnjährige Finanzierungen laut Dr. Klein bei etwa 3,35 Prozent, während Interhyp zur Wochenmitte am 12. März zwar noch Zinsen unter 4 Prozent sah, zugleich aber wieder eine Aufwärtsbewegung feststellte. Kaufen ist damit wieder besser kalkulierbar als in der Schockphase nach dem Zinsanstieg, aber deutlich teurer als in den Niedrigzinsjahren.
Besonders angespannt bleibt der Mietmarkt. Der GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts zeigt für das 4. Quartal 2025 einen Anstieg der Angebotsmieten um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig ging die Zahl der Wohnungsinserate zurück, während der Anteil befristeter und möblierter Angebote ein Rekordniveau erreichte. Für viele Haushalte ist damit nicht der Kaufmarkt, sondern vor allem der Mietmarkt das akute Problem des Jahres 2026.
Das strukturelle Kernproblem bleibt der Wohnungsbau. Immerhin gab es 2025 erstmals seit 2021 wieder mehr Genehmigungen: Destatis meldet für 2025 insgesamt 238.500 genehmigte Wohnungen, ein Plus von 10,8 Prozent gegenüber 2024. Davon entfielen 198.100 auf Neubauwohnungen, darunter 128.100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Das ist ein positives Signal, aber noch keine Trendwende, die den Wohnungsmangel kurzfristig beseitigen würde. Hinzu kommt, dass die Baupreise für Wohngebäude im November 2025 erneut um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Solange Bauen teuer bleibt und Genehmigungen erst mit Verzögerung in fertige Wohnungen umschlagen, dürfte das Angebot knapp bleiben.
